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Interview mit Julie Carraz und Anne-Laure Mignerey
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Seit dieser Saison hat sich für die sympathischen Biathleten Julie Carraz und Anne-Laure Mignerey einiges geändert. Sie trainieren nicht mehr im Team der Französischen Mädels mit. Die Trainer haben sich entschieden die Beiden nicht mehr zu nominieren, da sie sich mehr auf den Nachwuchs konzentrieren wollen und deswegen versuchen eine Gruppe mit 4 Juniorinnen an den Weltcup heranzuführen. Außerdem wirkte sich der Umstand, dass die beiden eine eher verkorkste Saison 2005/2006 mit durchschnittlichen Resultaten im Europacup hatten, negativ auf die Entscheidung der Trainer aus.
Doch dass sie den Mut und ihr Können dadurch noch lang nicht verloren haben, beweisen sie in Wettkämpfen abseits vom Biathlon :
Julie gewann den Titel im Schießen bei den französischen Militärmeisterschaften. Bei der "National Terre du Tir" setzte sie sich gegen die Konkurrenz durch und bewies damit, dass sie ihren eigenen Weg kontinuierlich weiter geht.
Anne-Laure dagegen stellte sich diesen Sommer einer Herausforderung anderer Art : Sie nahm an Raid-Wettkämpfen teil, wo die Teams mehrere hundert Kilometer in wenigen Tagen per Fuß, Fahrrad oder Boot zurücklegen müssen. Gerade diese kleinen Ausflüge helfen ihr danach konzentrierter und befreiter ins Biathlon-Training zu gehen. Außerdem hat sie den
Trainingsumfang ein wenig reduziert, um den Effekt des Übertrainings, der sich in der vergangenen Saison zeigte, zu vermeiden.
Ein positives Ergebnis der "Einzelarbeit" von Julie zeichnete sich bei der Biathlon Summertour ab, als sie feststellen konnte, dass sie im Vergleich zu den anderen Mädels gar nicht so schlecht ist, worauf sie in der letzten Phase der Saisonvorbereitung aufbauen konnte. Anne-Laure, die wegen der Raid-Weltmeisterschaften nicht an der BST teilnahm, sieht darin sogar einen Vorteil, denn sich immer mit den anderen zu vergleichen lenkt ihrer Meinung nach nur von den wichtigen Dingen, nämlich dem Training, ab.
Auf das Training ansprechend erhält man 2 unterschiedliche Antworten. Für Julie ist es schwerer, weil sie allein trainieren muss und vor allem die finanziellen Probleme, also ihre Hotels bei Trainingslagern und den Kauf der Munition, selbst lösen muss. Anne-Laure dagegen findet es leichter, weil weniger Druck herrscht und sie außerdem Unterstützung vom Team Grenoble (einem Langlauf-Team) bekommt, die ihr sogar ein 3-wöchiges Trainingslager in Skandinavien ermöglichten.
Julie erzählt auch, dass keines Wegs eine Rivalität zwischen ihnen und den anderen Mädels entstanden ist, obwohl sie und Anne-Laure ja einen ihrer Plätze in der Weltcupmannschaft wollen. Da sie sich wegen den Trainingslagern der Mannschaft leider nicht mehr so oft sehen, telefonieren sie sehr oft, um immer die aktuellsten Neuigkeiten auszutauschen. Anne-Laure hat auch den Vorteil mit Delphine Peretto und Pauline Jacquin im gleichen Ort zu wohnen. "Aber wenn wir uns sehen reden wir nicht oft übers Training eher über alltägliche Dinge, Frauensachen und so.", erzählt "AL". Wir kennen die beiden als stets fröhliche und liebenswerte Persönlichkeiten, die immer für gute Stimmung sorgen. Sicher fehlen sie den Mädels im Team.
Um dies zu ändern, möchten sie sich unbedingt für die Weltcups qualifizieren. Julie geht sogar soweit und steckt sich die Weltmeisterschaften in Antholz als Saisonziel und dafür gibt sie alles. So viel wie möglich Rennen möchte sie absolvieren, um ihr großes Ziel zu erreichen. Anne-Laure hofft einfach darauf "viel Spaß" zu haben. Den würde sie haben, wenn es ihr gelingt die guten Schießleistungen aus dem Training auch im Wettkampf zu bestätigen.
Außerdem hofft sie ihre bisher beste Weltcupplatzierung (Rang 22) noch ein wenig zu steigern und wieder eine Staffel für Frankreich zu laufen.
Vielleicht auch dazu beizutragen den Staffelsieg von Oberhof aus dem Vorjahr zu wiederholen …
Zum Abschluss teilt Julie uns noch eine negative Nachricht mit : Falls es in der nächsten Saison doch nicht so positiv läuft wie erhofft und sie "die ganze Saison nur im Europacup bleibt, werde ich danach aufhören".
Da wir dies natürlich sehr bedauern würden, wünschen wir Julie und auch Anne-Laure, die sich im Interview deutlich optimistischer zeigt, an dieser Stelle viel, viel Glück und hoffen, dass wir die beiden das nächste Mal im "Weltcupzirkus" wieder sehen !
Mädels, wir glauben an euch und drücken euch die Daumen, dass die Auswahlrennen gut für euch verlaufen ! Ihr schafft das !!
Anne Gassner/Karolin Hemp im November 2006
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