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Doping im Biathlon
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Doping. Ein Wort, das im Moment leider viel zu häufig fällt. Vom Radsport werden Schlüsse auf Langlauf und auch Biathlon gezogen. Die Sportler stehen unter Generalverdacht, die Verbände weisen jegliche Schuld von sich.
Die IBU im Anti-Doping-Kampf
Die IBU "wirbt" für sich selbst mit der Aussage, einer der Verbände zu sein, der von Anfang an gegen Doping gekämpft hat. Tatsächlich wurden schon 1994 Blutkontrollen und Trainingstests eingeführt und in der Saison 1997/1998 begann man mit der Bestimmung von Hämoglobin-Werten (Anzahl der roten Blutkörperchen im Blut). Dieser Saison vorausgegangen war der Doping-Skandal bei der Tour de France.
Die Hämoglobin-Grenzwerte liegen bei 17,5g für die Männer und 16g für die Frauen. "Außerhalb dieser Grenzwerte, wird der Athlet für 5 Tage gesperrt und muss sich sofort Urin-Kontrollen unterziehen, wobei man nach Dopingmitteln, vor allem EPO, sucht.", erzählt Pierre Jeannier, IBU-Arzt. Pro Wettkampf (Weltcup und Weltmeisterschaften) führt die IBU Bluttests bei 6, durch Los bestimmten, Athleten durch, die sich 90min vor Wettkampfbeginn zur Dopingkontrolle einfinden müssen. Zudem werden nach dem Rennen beim Sieger und einem durch Zufall bestimmten Athleten Urintests durchgeführt. Bei den Weltmeisterschaften sogar bei allen Medaillengewinnern, dem Viertplazierten und einem weiteren Athleten, der per Los bestimmt wird. Auch bei Europameisterschaften und Juniorenweltmeisterschaften wird dementsprechend verfahren. Der Mangel in diesem System : Wenn die Athleten von der durchzuführenden Kontrolle erfahren, werden sie nicht von einem Offiziellen, sondern von einem Teammitglied (Physiotherapeut, Arzt, Trainer) zur Kontrolle begleitet.
Außerdem nehmen die besten 30 Athleten im Weltcup am System ADAMS (Anti Doping Administration & Management System), der WADA (Welt-Anti-Doping Agentur), teil. "Das bedeutet, dass ich meine Planung für den ganzen Monat bekannt geben muss, sagen muss, wo ich meine Nächte verbringe und auch, dass ich zu jedem Zeitpunkt kontrolliert werden kann. Aber es heißt auch Transparenz.", sagt Sandrine Bailly.
Die Athleten übernehmen Verantwortung
Trotz dieser Maßnahmen muss leider auch der Biathlonsport auf Doping-Skandale
zurückblicken. Müßig an Turin 2006, die Österreicher und Pyleva zu erinnern. Doch in der heutigen Zeit, reicht der verbandsmäßige Kampf nicht mehr aus. Die Athleten müssen sich selbst dem Generalverdacht stellen und ihn widerlegen.
Deshalb nimmt Sandrine Bailly, nach dem Karriereende von Alex Aubert als bisher einziger Biathlet, freiwillig am Programm "Athletes for Transparency" teil. Pro Jahr, werden 5 bis 10 Blutproben entnommen und die Ergebnisse dieser Tests auf der Internetseite der AFT veröffentlicht.
"Das ändert für mich nichts, denn ich muss eh das ganze Jahr über Bluttests machen, um zu sehen, ob es keine Probleme gibt (Mangelerscheinungen, Erschöpfung, Krankheit …). Das stört mich auch nicht, dass die Resultate im Internet veröffentlicht werden, das ist ein Weg zur Transparenz, es zeigt, dass ich nix zu verbergen habe, dass man mich zu jedem Zeitpunkt kontrollieren kann."
Die Zukunft ?
Pierre Jeannier : "Das Problem im Kampf gegen Doping besteht heutzutage in fehlenden Tests zum Nachweis von Wachstumshormonen und Eigenblutdoping (wie in allen anderen Sportarten auch). Dank der Software ARIETTA, die die Entwicklung der Ergebnisse bei Bluttests, sowie die Lauf- und Schießzeiten, verfolgt, dürfte man auch in diesem Bereich eingreifen können." Allerdings können die Resultate nicht von der Öffentlichkeit, sondern nur von den IBU-Ärzten, mit den entsprechenden Zugangsdaten, eingesehen werden.
Wir können nur hoffen, dass diese weiteren Innovationen dazu beitragen, den Biathlon auch weiterhin von Skandalen freizuhalten.
"Das sind gute Maßnahmen, um gegen Doping zu kämpfen, wenn die unangekündigten Kontrollen durchgezogen werden." (Sandrine Bailly)
Anne Gassner
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