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Langlauf-Weltcup in Düsseldorf 2006
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Klar, Langlauf ist nicht Biathlon und die Schießeinlagen zwischendurch fehlen dem biathlonverrückten Fan schon, trotzdem mangelt es auch dieser Sportart nicht an Spannung. Diesen Fakt in Betracht ziehend nutzte ich meinen Kurzurlaub im Westen der Republik, um einen Tag in Düsseldorf "rheinzuschneien" und mir so einen LL-Weltcup mal live und in Lebensgröße anzuschauen. Ob Düsseldorf, im Flachland gelegen und normalerweise nur einmal pro Jahr mit Schnee beglückt (nämlich zum Weltcupauftakt der Langläufer) dafür der richtige Ort ist, sollte sich noch herausstellen … immerhin haben sie ja einen eigenen Skiclub.
Die Anfahrt bis Düsseldorf verlief ohne Probleme, denn die warteten in der Großstadt. Zwar konnte man an den riesigen Werbetafeln erkennen, dass sich hier jeder über das Großevent, was immerhin schon zum fünften Mal stattfindet, freut, aber wo es nun genau stattfand wollte man den Besuchern nicht so genau verraten. Also folgten wir den Schildern in Richtung Hafen, um festzustellen, dass wir doch falsch gefahren sind. Doch als dann mit Hilfe einiger Einheimischer letztlich der Rheintunnel und das Parkhaus in der Altstadt gefunden war (wo wir für mickrige 12 € parkten) hatten wir unser Ziel erreicht.
Am eindrucksvollsten war der Blick auf den Rhein, denn zwischen dem Aussichtspunkt befand sich der Schneestreifen auf dem die Läufer nur so an uns vorbeirasten. Am beeindruckendsten war eindeutig die norwegische Seriensiegerin Marit Bjoergen, der auch heute keiner folgen konnte, obwohl bei ihr Langlauf alles andere als anstrengend aussieht.
Den Prolog überstanden immerhin 4 Franzosen (Karine Philipot, Roddy Daragon, Sylvain Fanjas-Claret und Damien Ambrosseti) worüber auch das Betreuerteam um den neuen Sportdirektor Pierre Mignerey sehr erfreut war. Das sah also nach einem gelungenen Tag aus, doch dann kamen die verhängnisvollen Viertelfinals.
Philipot, keine Sprinterin, konnte dem Tempo ihrer Konkurrentinnen nicht folgen und schied aus. Bei den Männern war eine Menge Pech im Spiel. Sylvain Fanjas-Claret hatte den Prolog als Fünfter beendet und konnte sich nach dem Start seines Laufes auch aussichtsreich platzieren, doch dann stürzte er und war "ganz allein." Trotzdem hatte er genau wie Damien Ambrosseti, der ebenso ausschied, noch ein Lächeln für die Kamera übrig.
Pechvogel des Tages war eindeutig Roddy Daragon, dessen Bindung sich im Kampf um die wichtigen Plätze "verabschiedete". Unter dem Jubel der Zuschauer beendete er die Runde und ließ sich feiern.
Fazit : Die vielen tausend Zuschauer zeigten sich als außerordentlich faires Publikum und jeder Athlet wurde mit lautem Jubel und Rufen ins Ziel getragen. Die Athleten waren überraschend offen und freundlich. So gaben vor allem die Lokalmatadoren um Evi Sachenbacher, Claudia Künzel und Tobias Angerer sogar während der Rennen bereitwillig Autogramme. Dazu die spannenden Sprintrennen, wo jede Sekunde über Sieg und Niederlage entscheidet und der Besucher an der Strecke durch die Kürze der Runde oft die Athleten zu sehen bekommen. Vor allem kam hier nicht das Gefühl auf, dass ein Haufen Fußball-Fans sich mal Wintersport anschaut, weil es gerade in der Gegend ist und das Ziel der Zuschauer darin besteht schon vor dem Rennbeginn das ein oder andere Bier in sich zu schütten, wie bei ähnlichen Veranstaltungen wie die WTC "Auf Schalke". Das alles macht den Langlauf-Weltcup zu einem einzigartigen Erlebnis, dass man jedem empfehlen kann !!
Anne Gassner
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